Serie 270

Architektur en miniature

Hadi Teherani ist nicht nur Architekt und Urheber visionärer Bauten, wie das Hamburger Dockland oder der Frankfurter Fernbahnhof. Er ist auch ganzheitlicher Gestalter, der den Raum atmosphärisch aufzuladen versteht, indem er die Disziplinen Architektur und Design zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügt. So vielseitig wie seine Bau- und Interiorprojekte sind auch seine Auszeichnungen mit renommierten Architektur- und Designpreisen.

Die von ihm gestaltete Serie 270 ist Architektur en miniature. Die geometrische Formensprache verweist auf die von ihm entworfene Architektur. Die klare Linienführung erzeugt eine ergonomische Form. Feine Details wie die Fuge zwischen Drückeransatz und Griff stehen in perfekter Balance zur stark verkleinerten mini-Rosette. Serie 270 übersetzt den Radius des Drückeransatzes in die Fläche des Griffs. Das Design gewinnt hierdurch an Komplexität. Dennoch besticht die Form durch ihre klare Gestaltung. Die umlaufende Kante verleiht dem Drücker eine hohe Präzision und Wertigkeit. Matt geschliffenes Edelstahl unterstreicht das zeitlose Design und betont den architektonischen Anspruch.

MATERIAL DESIGN
Edelstahl, matt geschliffen Hadi Teherani

Hadi Teherani

Über Serie 270

Sein ganzheitlicher Anspruch an Gestaltung hat ihn immer wieder dazu gebracht Grenzen zu überschreiten. Stadt, Architektur, Innenarchitektur und Produktdesign sind für Hadi Teherani miteinander verwoben. Die Verknüpfung der Disziplinen wird besonders deutlich im Produktdesign. So zeichnet Serie 270 eine architektonische Anmut aus. Im Interview erklärt Hadi Teherani was seine Arbeit auszeichnet.

HEWI: HEWI ist ein traditionsreiches Unternehmen. Vor 90zig Jahren gründete Heinrich Wilke das Unternehmen, das bis heute im Familienbesitz ist. Was verbinden Sie mit HEWI?

Hadi Teherani: HEWI als Marke und auch die HEWI Produkte stehen für Architekten in einer Reihe mit gestalterischen Ikonen wie beispielsweise die Stelton Kanne EM77, Vola Armaturen oder auch der Kaffeehausstuhl 214 von Thonet. Es gibt nur äußerst wenige Designprodukte, die so ikonografisch sind, dass sie den architektonischen Stil geprägt haben.

HEWI: Mit System 111 hat HEWI einen Design-Klassiker geschaffen. War es eine Herausforderung für Sie eine neue Beschlagserie zu entwickeln?


Hadi Teherani:
Die Herausforderung in der Arbeit mit einem Unternehmen wie HEWI, das durch einen starken Designklassiker geprägt ist, besteht darin eine Weiterentwicklung zu erreichen und gleichzeitig die DNA der Firma unangetastet zu lassen. Diese Herausforderung hat uns gereizt! Wir haben uns intensiv mit HEWI auseinandergesetzt und genau analysiert was die DNA des Unternehmens ausmacht, um ein Produkt zu entwickeln, dass die HEWI Geschichte nicht nur fortschreibt, sondern in die Gegenwart transportiert.

Um etwas wirklich Neues entwickeln zu können, muss man also die DNA der Marke verstehen. Ein so starkes Brand erzeugt ein Spannungsfeld, weil man eventuell an dem Klassiker, wie System 111 einer ist, nicht vorbeikommt. Wir glauben, mit der Serie 270 diesen Sprung geschafft zu haben: Wir haben ein Design entwickelt, das zukunftstauglich ist. Es verkörpert die Marke HEWI ohne in der Vergangenheit verhaftet zu sein.

HEWI: Wie ist Serie 270 entstanden?


Hadi Teherani:
Unsere Aufgabe war einen Türdrücker zu entwickeln, der auf der von HEWI entwickelten stark verkleinerten mini-Rosette basiert. Das neue Design sollte eine perfekte Proportion zu dieser neuen, sehr komprimierten Befestigungstechnik bilden. Wir haben uns anfangs unter anderem intensiv mit dem HEWI Klassiker System 111 auseinander gesetzt. Was System 111 und Serie 270 verbindet ist, dass der Drückeransatz als Rundrohrelement aus dem Türblatt heraussticht. Beim 111er biegt sich das Rohr und wird zum Griff.

 

Bei Serie 270 hingegen übersetzen wir den Radius des Drückeransatzes in die Fläche des Griffs. Das Design gewinnt hierdurch an Komplexität. Dennoch überzeugt die Form durch ihre klare Gestaltung. Die umlaufende Kante verleiht dem Drücker eine hohe Präzision und Wertigkeit. Serie 270 aus Edelstahl ist modular angelegt, d.h. sie ist zu einer größeren Produktfamilie erweiterbar und bietet weitergedacht Möglichkeiten zur Individualisierung. Hierdurch ist der 270er sehr vielseitig – er ist praktisch in jeden Raum und jede Architektur integrierbar.

 

HEWI: Was zeichnet Serie 270 aus?

Hadi Teherani: Die Proportionen des Türdrückers wurden auf die Form der mini-Rosette abgestimmt, sodass Gestaltung und Technik in perfekter Balance stehen. Serie 270 zeichnet eine klare Linienführung in Verbindung mit einer handschmeichlerischen Form aus. Feine Details wie beispielsweise die Fuge zwischen Drückeransatz und Griff sowie die Aufnahme des Radius des Drückeransatzes ergeben mit der mini-Rosette ein stimmiges Gesamtbild und verleihen Serie 270 einen eigenständigen Charakter. Zudem bietet Serie 270 Potential zur Erweiterung einer größeren Produktfamilie.

 

HEWI: Wie unterscheidet sich der Entwurf eines Gebäudes von der Kreation eines Produktes? Gibt es im kreativen Prozess Parallelen?


Hadi Teherani:
Der Entwurf eines großen Gebäudes ist natürlich höherer Komplexität unterworfen. Aber die Lösungsfindung ist in der Architektur und im Produktdesign ähnlich: Der Entwurf muss in den verschiedenen Bereichen des Gebäudes beziehungsweise der Produktfamilie durchgearbeitet werden. Dies ist je nach Aufgabe ein längerer Prozess – der Entwurf des Bürostuhls Silverchair für Interstuhl hat beispielsweise genauso viel Zeit beansprucht wie die Entwicklung des Bürogebäudes Dockland. Die Maxime „Form follows Function“ gilt für uns sowohl im Produktdesign als auch in der Architektur.

Wir legen viel Wert darauf, dass in beiden Disziplinen das Ergebnis einen gewissen Mehrwert erhält. Nur hierdurch sticht das Werk, sei es Gebäude oder Produkt, hervor und differenziert sich.

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