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Zwischen Denkmal und Moderne 

Mit ihrer barrierefreien Ausstattung ergänzt HEWI die behutsame Kernsanierung und die zeitgemäße Erweiterung des neuen KulturForumBurscheid. 

Aus der grundlegenden Sanierung und Erweiterung des ehemaligen „Haus der Kunst“ ist das KulturForumBurscheid als multifunktionale Kultur- und Begegnungsstätte mit einem Schwerpunkt auf Konzert und Musik entstanden. Ziel war es, den denkmalgeschützten Bestand mit modernen Elementen zu verbinden und im Stadtzentrum einen lebendigen Treffpunkt zu schaffen. Dabei kommen barrierefreie Lösungen von HEWI zum Einsatz, die zur hohen Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit des Hauses beitragen. 

Inmitten des historischen Fachwerkensembles der bergischen Kleinstadt, direkt neben dem Rathaus, konnte das Kulturforum seine städtische Präsenz stärken. Das 1971 errichtete „Haus der Kunst“ entsprach weder räumlich noch technisch den Anforderungen eines zeitgemäßen Kulturbaus. Im Rahmen der REGIONALE 2025 wurde die Weiterentwicklung zum KulturForumBurscheid angestoßen, ein Projekt, das sich sensibel in die Umgebung einfügt und zugleich eine neue Adresse formuliert. „Unsere Intention war es, das Gebäude als zentrales Element der Stadtgemeinschaft zu stärken und zugleich das musikalische Erbe zu bewahren“, erläutert Prof. Wolfgang Krenz vom Büro Archwerk, das den Planungsauftrag für die Leistungsbilder 1-9 nach HOAI erhielt und ebenfalls das gesamte Projektmanagement für die Entstehung des Gebäudes bearbeitet hat. 

Die Bühne ist als großzügig proportionierter und flexibel nutzbarer Aufführungsraum konzipiert. Ihre klare Geometrie fügt sich in die bestehende Raumstruktur aus den 1970er Jahren ein und ermöglicht zeitgemäße Nutzungsszenarien, ohne dass der Charakter des Saals verändert wird. 

Foto: Guido Erbring 

Das Foyer bildet die räumliche Schnittstelle zwischen Bestandsgebäude und Erweiterungsbau. Durch weit geöffnete Türen und gezielte Blickbeziehungen zum Konzertsaal wird der Übergang zwischen Alt und Neu als zusammenhängender Raum erfahrbar. 

Foto: Guido Erbring 

Großzügige Glasfronten an den Seiten lassen Tageslicht in den Saal und stärken die Verbindung zwischen Innenraum, Architektur und Außenraum. 

Foto: Guido Erbring 

Raumkonzept im Spannungsfeld von Erhalt und Neubau

Ausgangspunkt der Planung war der denkmalwürdige Konzertsaal von Hans Brandt (Scharoun-Schüler). Seine klare Geometrie, das natürliche Licht und die markante Holzvertäfelung prägen bis heute die Atmosphäre des Hauses. „Diese Qualität wollten wir bewahren und gleichzeitig für die Anforderungen eines modernen Kulturbaus mit Konzertsaal öffnen“, so Krenz. Ein eingezogener Stahlfachwerkträger ermöglichte die Erweiterung des zentralen Konzertsaales und die Integration einer zwölf mal zwölf Meter großen, flexiblen Bühne. 

Der neue Erweiterungsbau setzt bewusst einen architektonischen Kontrast, ohne den Bestand zu dominieren. Ein trichterförmiges Portal markiert die neue Adresse und leitet über eine präzise, weiße Raumfolge ins Innere. Großzügige Verglasungen öffnen das Ensemble zur Stadt hin, während anthrazitfarbene Fassadenflächen und Eichenparkett-Böden eine robuste und zugleich elegante Materialität etablieren. Diese moderne Architektursprache nimmt Proportionen und Rhythmen des Bestands auf, interpretiert sie jedoch zeitgenössisch weiter – und stärkt damit die Lesbarkeit des Ensembles. Das Foyer verbindet Alt- und Neubau zu einem fließenden Raumkontinuum und schafft ein Gefüge, das funktional wie atmosphärisch auf Begegnung ausgelegt ist.

Nachhaltigkeit und flexible Nutzung

Der ressourcenschonende Umgang mit der bestehenden Bausubstanz ist ein zentrales Element des Projekts. Die tragfähige Substanz wurde erhalten, energetisch ertüchtigt und durch eine moderne technische Infrastruktur ergänzt. „Durch die bewusste Verwendung von Eichenparkett und Holzdetails wird die Authentizität des Hauses bewahrt und gleichzeitig eine ruhige, zeitgemäße Anmutung vermittelt“, erklärt Krenz. 

Im Außenbereich zeigt sich die architektonische Weiterentwicklung besonders deutlich: Eine Treppenanlage, die an ein Amphitheater erinnert, verankert das Kulturforum in der Topografie, öffnet es zum Park hin und formuliert eine einladende Geste in Richtung Stadt. Dadurch gehen Innen- und Außenräume in einen erweiterten kulturellen Landschaftsraum (Luchtenberg-Richartz-Park) über.

Barrierefreie Ausstattung

Stufenlose Zugänge, rollstuhlgerechte Plätze sowie Sanitärbereiche nach aktuellem DIN-Standard sorgen für eine weitreichende Barrierefreiheit. Hier überzeugt vor allem die HEWI Serie 477/801. „Barrierefreiheit ist für uns kein Zusatz, sondern fester Bestandteil moderner Architektur. Die klaren Formen und funktionalen Details der HEWI Lösungen in zeitlosem Weiß ermöglichen eine komfortable und sichere Nutzung für alle“, erklärt Krenz. Die Systeme von HEWI fügen sich unaufdringlich in das Gestaltungskonzept ein und unterstützen die Idee der gleichberechtigten Teilhabe.

WC-Rollenhalter und WC-Bürstenbehälter in der Farbe Weiß
Abmontierbarer Stützklappgriff in der Farbe Signalweiß matt aus Polyamid

RAUM FÜR BEGEGNUNGEN

Das KulturForumBurscheid steht für die gelungene Verbindung von denkmalgeschützter Architektur und zeitgemäßer Erweiterung. „Unsere Herausforderung war es, das architektonische Erbe respektvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig Räume zu schaffen, die den Bedürfnissen der heutigen Stadtgesellschaft entsprechen“, resümiert Krenz. Mit der Einbindung barrierefreier HEWI Systeme erhält das Gesamtkonzept eine weitere Dimension. In enger Zusammenarbeit zwischen Planern und Produktherstellern entstand ein nachhaltiger, flexibler und zugänglicher Kulturort, der das musikalische Erbe bewahrt und neue Formen der Begegnung ermöglicht.

Der präzise eingeschnittene Eingang verdichtet die Architektur zu einem klaren räumlichen Moment. Die trichterförmige Geometrie lenkt den Blick gezielt zum Portal und markiert so den Übergang von außen nach innen. 

Foto: Guido Erbring 

Detailangaben

Projektname

KulturForumBurscheid

Bauherrin

Stadt Burscheid

Architektur Erweiterung, Kernsanierung

ARCHWERK Generalplaner KG.,

Bochum, 

www.archwerk.org 

Adresse Projekt

51399 Burscheid, Höhestraße 5 

Bauzeit

2023 – 2025

Nutzfläche

1.359m²

Fotos

Guido Erbring, Köln

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