Interview mit HEWI Innenarchitektin Katja Schultze

Badplanung: Welche Leistungen umfasst der HEWI Planungsservice?

Bereits seit über 25 Jahren ist Katja Schultze bei HEWI tätig. Die studierte Innenarchitektin ist dabei seit 2001 federführend für den HEWI Planungsservice verantwortlich. Ein Bestandteil des kostenlosen Angebotes für HEWI-KundInnen ist die Badplanung. Doch welche Leistungen umfasst der Planungsservice genau? Mehr dazu erfahren Sie im Interview. 

Katja Schultze | Innenarchitektin

HEWI: Frau Schultze, welche Idee verbirgt sich hinter dem Service für Badplanungen und was umfasst dieser?

Katja Schultze: Über die letzten Jahre ist der Bedarf an Konzepten für barrierefreies Bauen und Wohnen gestiegen. Das liegt nicht zuletzt an der demographischen Entwicklung, denn die Bevölkerung wird tendenziell älter. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass in diesem Bereich Herausforderungen entstehen, die Lösungen erfordern. Neben barrierefreien Produkten, die wir als Themenführer im Bereich Barrierefreiheit anbieten, braucht es ein zielgerichtetes Beratungsangebot. Aus diesem Grund haben wir 2001 den HEWI Planungsservice ins Leben gerufen, bei dem wir den Fokus auf Barrierefreiheit legen. Wir unterstützen PlanerInnen und ArchitektInnen, VerarbeiterInnen sowie den Handel bei der Umsetzung barrierefreier Sanitär- und Wohnräume. Das Serviceangebot umfasst unter anderem eine telefonische Beratung sowie die Erstellung technischer Zeichnungen und 3D-Modellen. Darüber hinaus erarbeiten wir individuelle, direkt umsetzbare Ausstattungspläne und geben geeignete Produktempfehlungen ab.

 

HEWI: Wie kommen die KundInnen auf Sie zu und wie läuft eine Badplanung bei Ihnen ab?

Katja Schultze: Hier gibt es zwei Wege: Zu etwa 40 Prozent sprechen mich die KundInnen direkt an, etwa per Telefon oder E-Mail. Viele hatten bereits zuvor Kontakt mit unserem Planungsservice und wissen daher, wohin sie sich wenden müssen. Circa 60 Prozent der Anfragen kommen über unseren Außendienst. In beiden Fällen erfolgt nach der Kontaktaufnahme das gleiche Prozedere: Die KundInnen schicken mir eine Planungsanfrage und stellen eine kurze Beschreibung darüber bereit, um was für eine Art von Bauvorhaben es sich handelt. Geht es um ein Krankenhaus, eine Reha-Klinik oder „nur“ um den Ausbau eines barrierefreien Bades? Soll das ganze Bad ausgestattet werden oder nur bestimmte Teile davon? Manchmal liegen bereits konkrete Produktvorstellungen vor, die bei der Planung berücksichtigt werden. Anschließend schaue ich mir alle relevanten Unterlagen an. Manchmal gibt es Rückfragen zu den Gegebenheiten vor Ort, die ich dann in der Regel telefonisch kläre. Daraufhin erstelle ich die technische Zeichnung, die alle relevanten Daten – etwa hinsichtlich der Abmessungen – beinhaltet. Eine 3D-Visualisierung zeigt, wie das Bad nach dessen Realisierung aussehen könnte.

Zusätzlich füge ich der Planung eine Artikelliste mit Produkten von HEWI hinzu, die wir für das Bad vorschlagen. Zudem stelle ich passende Ausschreibungstexte oder Produktdatenblätter zur Verfügung.

 

HEWI: Wobei unterstützen Sie Ihre KundInnen konkret?

Katja Schultze: Wir helfen unseren KundInnen bei ganz unterschiedlichen Projekten. So bieten wir sowohl Ausstattungsvorschläge für Bäder im Krankenhaus, Seniorenheim, in Wohnbauten sowie öffentlichen Bereichen als auch in Privatbädern an. Unser Badplanungs-Service umfasst darüber hinaus eine Beratung zu gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. So verfügen wir über umfassendes Know-how zur DIN, aber auch zur ÖNORM oder zur SIA 500.

Ganz oft prüfen wir für KundInnen, wie in einem sehr kleinen Bad möglichst viel Bewegungsfläche für die Nutzenden entsteht. Gegebenenfalls ist dann nicht jedes Bad aufgrund der Größe durch und durch barrierefrei umsetzbar, was aber auch nicht immer nötig ist. Häufig reicht es im Privatbereich schon aus, wenn wir durch eine gute Grundrissgestaltung das Bad an die Bedürfnisse des Nutzenden anpassen.

Neben solchen Projekten durften wir bereits auch einige Bauvorhaben begleiten, die nicht alltäglich sind. So finden sich unsere Produkte beispielsweise im Waschraum einer Moschee in Indonesien oder auch in einem Tiny House, das für einen Rollstuhlnutzer barrierefrei gebaut wurde – dort ist unser System 900 integriert. Auch eine Brauerei und verschiedenste Museen durften wir schon in Fragen der Umsetzung eines barrierefreien WCs unterstützen. Wie man sieht, beraten wir unsere KundInnen in völlig verschiedenen Bereichen. Jedes Projekt ist anders, bei jedem Objekt gibt es unterschiedliche Anforderungen und es gilt immer die Bedürfnisse der AnwenderInnen zu beachten.

 

HEWI: Welche Informationen benötigen Sie für die Badplanung von KundInnen?

Katja Schultze: Die Daten sind das Wichtigste für meine Arbeit, denn eine gute Datenbasis bietet eine ideale Ausgangslage. Das kann beispielsweise ein Grundriss sein, bei dem man die Maße gut erkennen kann. Außerdem sollten bestenfalls alle Abmessungen vorliegen und entsprechend im Grundriss eingetragen sein. Gerne dürfen KundInnen auch schon Informationen mitgeben, wenn sie bereits konkrete Vorstellungen von Produkten oder Serien haben, die in das Bad integriert werden sollen. Eine Eingrenzung bei der Produktauswahl hilft mir, die Planung zu erstellen. Soll beispielsweise ein gesamtes Bad mit HEWI Produkten ausgestattet werden, oder werden lediglich ein Duschsitz sowie ein Winkelgriff für eine Dusche benötigt? Wenn das den KundInnen bereits vorab klar ist, erleichtert das meine Arbeit deutlich. Bei Renovierungen helfen mir zudem auch Fotos von den Vor-Ort-Gegebenheiten. Habe ich all diese Informationen gesammelt und sind eventuelle Rückfragen geklärt, kann ich eine Anfrage von KundInnen in der Regel innerhalb von fünf Werktagen bearbeiten.

 

 

HEWI: Welchen KundInnen steht der HEWI Planungsservice zur Verfügung?

Katja Schultze: Unser Service richtet sich hauptsächlich an PlanerInnen, ArchitektInnen und InstallateurInnen. Insgesamt nehmen ihn 54 Prozent PlanerInnen sowie ArchitektInnen und 34 Prozent InstallateurInnen in Anspruch. 12 Prozent kommen direkt vom Großhandel.

EndverbraucherInnen können für einen Beratungsservice gerne unsere Händlersuche nutzen. Dort erfahren sie, welche unserer PartnerInnen sich in ihrer unmittelbaren Nähe befinden. Unsere HändlerInnen geben ihnen dann sämtliche Informationen über unsere Produkte mit an die Hand und stehen ihnen beratend zur Seite.

 

HEWI: Welche Herausforderungen gibt es bei der Badplanung?

Katja Schultze: Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere Sanitärräume leider häufig zu klein bemessen und ungünstig ausgestattet werden. Das hat zur Folge, dass sie von vielen Menschen gar nicht oder nur sehr schwer zu benutzen sind. Die Tauglichkeit von Sanitärräumen wird wesentlich durch ihre Größe und Anordnung der zu Verfügung stehenden Bewegungsräume bestimmt. Hier gilt es, zu prüfen, wie man die Wünsche der EndkundInnen mit den gegebenen Möglichkeiten zusammenbringen kann.

Eine andere Herausforderung besteht in öffentlichen Gebäuden. Auch hier ist die Grundfläche oftmals zu klein. Ein barrierefreier Sanitärraum benötigt eine Grundfläche von mindestens 2,20 x 2,20 m, damit die geforderte Bewegungsfläche von 1,50 x 1,50 m vor Waschtisch und WC erfüllt werden kann.

Generell lässt sich festhalten, dass bei der Planung ein hoher Grad an Präzision erforderlich ist, wenn es zum Beispiel darum geht, Normen umzusetzen.

 

HEWI: Vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch, Frau Schultze.

 

Wir unterstützen Sie gerne!

Sie möchten sich weiter über unseren Planungsservice informieren oder benötigen Unterstützung bei der Umsetzung barrierefreier Sanitärräume? Auf unserer Planungsservice-Seite erhalten Sie nähere Informationen zu dem kostenlosen Angebot.

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