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Farben und Kontraste geben dem Menschen Orientierung im Raum 

Das Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung spielt in allen Lebensbereichen eine große Rolle. Das Zusammenspiel von Farben und Kontrasten bei der Orientierung funktioniert immer im Kontext der Architektur. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie man durch Farben und Kontraste den Lebensalltag von Menschen erleichtert. 

Bei nachlassender Sehfähigkeit in fortgeschrittenem Alter oder bei einer Demenzerkrankung entscheidet die Gestaltung der Räume und der Ausstattung, beispielsweise in Flurbereichen oder dem Bad, über Selbstständigkeit und Orientierung und damit über das Wohlbefinden der Menschen. 

Die Erleichterung der Orientierung ist besonders in öffentlich zugänglichen Gebäuden, Büro- und Geschäftshäusern oder Bauten im Gesundheitswesen eine Hilfe. Insbesondere in Krankenhäusern oder Pflegeheimen sind Farben und Kontraste essenziell für die Patient*innen und Bewohner*innen. 

Wie Farben dem Menschen Struktur geben

Farben und Kontraste dienen im Gebäude als durchdachtes Leitsystem. Farbe strukturiert Räume und grenzt Gebäudebereiche klar voneinander ab. Ein stimmiges Farbkonzept dient als Orientierungshilfe, um beispielsweise die Wiederauffindbarkeit einer Etage oder Station zu erleichtern.  

Lange Flure werden durch farbige Akzente, wie beispielsweise durch farblich aufeinander abgestimmte Handläufe, Türzargen und -drücker, gegliedert. Räume, die nicht allen Zutritt gewähren, treten durch farblich neutrale Türen und Türdrücker in den Hintergrund. 

Für eine eindeutige Informationsvermittlung nach DIN 18040-1 sollten Informations- und Orientierungssysteme nach dem Zwei-Sinne-Prinzip gestaltet sein. Darunter versteht man die gleichzeitige Übermittlung von Informationen über mindestens zwei Sinne (Sehen, Hören oder Tasten). HEWI bietet vielfältige Lösungen für die Bereiche Beschläge und Sanitär, bei denen die fehlende oder eingeschränkte Wahrnehmung über einen anderen Sinn ausgeglichen wird. 

Wie Funktionen dem Menschen Orientierung geben

Durch abnehmende Sehfähigkeit wird das Erfassen des Raumeindrucks erschwert. Die Orientierung kann durch eine klare Farbgebung und deutliche Kontraste unterstützt werden. Die Stärke des Kontrasts hängt immer von der Farbe des Produkts und der Farbe des Hintergrunds ab. Mithilfe des Lichtreflexionsgrads (LRV) lässt sich der Kontrastwert theoretisch bestimmen.  

Als Richtwert gilt, dass Farben mit einem niedrigen LRV-Wert den höchsten Kontrast zu einer weißen Wand bilden, wie es bei einem schwarzen Produkt auf weißer Wand der Fall wäre. HEWI gibt für die Farbe den LRV-Wert an, um bestmögliche Gestaltungsoptionen zu gewährleisten. 

Die Nutzung einzelner Ausstattungslösungen kann ebenfalls durch Kontraste signalisiert werden. Unterstützende Produkte werden leichter wahrgenommen, wenn sie sich kontrastreich vom Hintergrund abheben. Wird nur der Funktionsbereich des Produkts farbig gestaltet, signalisiert der Farbakzent die Nutzung und unterstützt den intuitiven Gebrauch. 

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