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Was ist eine EPD? Umweltproduktdeklarationen für Bauprodukte einfach erklärt
Wer Bauprojekte plant oder nachhaltige Gebäude realisieren möchte, begegnet früher oder später dem Begriff EPD. Besonders für Architektinnen und Architekten, Fachplanende, Bauherrschaften und Nachhaltigkeitsverantwortliche sind belastbare Umweltdaten heute eine wichtige Grundlage für fundierte Materialentscheidungen. Dabei ist der Begriff Bauprodukt weiter gefasst, als es der alltägliche Sprachgebrauch vermuten lässt. Nach der EU-Bauproduktenverordnung zählen dazu Produkte, die hergestellt und in Verkehr gebracht werden, um dauerhaft in Bauwerke oder Teile davon eingebaut zu werden. Das umfasst nicht nur klassische Baustoffe wie Beton oder Dämmstoffe, sondern auch Bauteile und technische Komponenten – etwa Fenster und Türen samt Beschlägen, Sanitärausstattung, Handläufe oder Bodenbeläge. Denn nur wenn die Umweltauswirkungen solcher Bauprodukte nachvollziehbar dokumentiert sind, können sie auf einer einheitlichen Datengrundlage in Gebäudeökobilanzen und die Nachhaltigkeitsbewertung eines Projekts einfließen.
Doch was ist eine EPD genau? Wofür wird sie benötigt und welche Aussagekraft hat sie tatsächlich?
In diesem Beitrag erklären wir die Bedeutung einer EPD, zeigen, welche Informationen eine Umweltproduktdeklaration enthält und weshalb sie für nachhaltiges Bauen heute eine zentrale Rolle spielt.
Was bedeutet EPD?
Die Abkürzung EPD steht für Environmental Product Declaration, auf Deutsch Umweltproduktdeklaration.
Eine EPD beschreibt die Umweltauswirkungen eines Produkts auf Grundlage einer Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA). Je nach Anwendungsbereich umfasst sie definierte Lebenszyklusmodule – beispielsweise die Rohstoffgewinnung, die Herstellung, den Transport, die Nutzung sowie die Entsorgung oder Verwertung am Ende der Nutzungsphase. Welche Lebenszyklusmodule betrachtet werden, ist in der jeweiligen Umweltproduktdeklaration eindeutig ausgewiesen.
Wichtig ist die richtige Einordnung: Eine EPD bewertet nicht, ob ein Produkt nachhaltig oder besonders umweltfreundlich ist. Sie stellt standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltinformationen bereit. Die standardisierte Datengrundlage ermöglicht es, die Umweltwirkungen von Bauprodukten im Rahmen einer Gebäudeökobilanz zu bewerten. Ein belastbarer Vergleich ist nach EN 15804 grundsätzlich nur im Gebäudekontext möglich und berücksichtigt den jeweiligen Beitrag eines Produkts zur Umweltqualität des Gebäudes. Einzelne EPD-Kennwerte sollten daher nicht isoliert miteinander verglichen werden.
Gerade im Bauwesen gewinnt diese Transparenz zunehmend an Bedeutung. Immer mehr öffentliche Auftraggeber sowie Gebäudezertifizierungssysteme nutzen EPDs oder vergleichbare Umweltinformationen als Grundlage für die ökologische Bewertung von Bauprodukten.
Was ist eine Umweltproduktdeklaration?
Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) ist ein standardisiertes Dokument, das die Umweltauswirkungen eines Produkts nach anerkannten internationalen Regeln beschreibt.
Grundlage ist eine Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA). Dabei werden die nach den geltenden Normen definierten Umweltwirkungen eines Produkts über die betrachteten Lebenszyklusmodule hinweg ermittelt.
Die Umweltdaten werden auf Grundlage einer Ökobilanz nach festgelegten Normen ermittelt, die vom Hersteller oder in dessen Auftrag erstellt wird. Anschließend wird die Umweltproduktdeklaration unabhängig verifiziert und von einem Programmhalter – etwa dem Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) oder Kiwa-Ecobility Experts – veröffentlicht. Dadurch entstehen standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltinformationen, die von Architektinnen und Architekten, Fachplanenden sowie Nachhaltigkeitsberaterinnen und -beratern für Gebäudeökobilanzen und ökologische Bewertungen genutzt werden können.
Für zahlreiche Bauprodukte gewinnen Umweltproduktdeklarationen zunehmend an Bedeutung. Sie dienen häufig als Datengrundlage für Gebäudeökobilanzen und werden im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen sowie von Gebäudezertifizierungssystemen wie DGNB, LEED oder BREEAM bevorzugt herangezogen. Bewertet und zertifiziert werden dabei nicht die einzelnen Bauprodukte, sondern Gebäude beziehungsweise Bauprojekte. EPDs stellen hierfür standardisierte Informationen zu den Umweltauswirkungen der eingesetzten Produkte bereit.
Was steht in einer EPD?
Der Umfang einer Umweltproduktdeklaration richtet sich nach der jeweiligen Produktgruppe. Typischerweise enthält eine EPD folgende Informationen:
Inhalt
Beschreibung
Produktbeschreibung
Material, Einsatzbereich und technische Eigenschaften
Hersteller
Angaben zum Hersteller und Produktionsstandort
Lebenszyklus
Betrachtete Lebenszyklusmodule des Produkts
Umweltkennzahlen
Treibhauspotenzial (Global Warming Potential), Primärenergiebedarf, Wasserverbrauch sowie weitere Umweltindikatoren wie Versauerung, Eutrophierung oder Ozonabbaupotenzial
Ressourceneinsatz
Verbrauch von Rohstoffen und Energie
End of Life
Angaben zu Wiederverwendung, Recycling und Entsorgung
Normen
Verwendete Berechnungsgrundlagen und Standards
Je nach Produkt kann eine EPD außerdem Angaben zur Referenz-Nutzungsdauer (Reference Service Life, RSL) enthalten. Dieser Wert dient als Annahme für die Lebenszyklusbetrachtung und fließt in die Berechnung der Umweltauswirkungen ein. Er ist jedoch nicht mit einer Garantie oder der tatsächlichen Lebensdauer eines Produkts gleichzusetzen.
Welche Normen sind wichtig?
Damit Umweltproduktdeklarationen national und international vergleichbar erstellt werden können, basieren sie auf anerkannten Normen.
Zu den wichtigsten gehören:
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ISO 14025 – Umweltkennzeichnungen und Umweltdeklarationen Typ III
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EN 15804+A2 – Europäische Grundregeln für Umweltproduktdeklarationen von Bauprodukten
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DIN EN 17610:2022 – Schlösser und Baubeschläge – Umweltproduktdeklarationen – Produktkategorieregeln in Ergänzung zu EN 15804
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ISO 14040 und ISO 14044 – Methodische Grundlagen für die Durchführung von Lebenszyklusanalysen (LCA)
Ergänzend kommen sogenannte Product Category Rules (PCR) zum Einsatz. Sie legen produktspezifisch fest, wie Umweltwirkungen innerhalb einer Produktgruppe berechnet, dokumentiert und dargestellt werden. Dadurch entstehen einheitliche Rahmenbedingungen für die Erstellung und – unter den jeweiligen Voraussetzungen – die Vergleichbarkeit von Umweltproduktdeklarationen.
Warum sind EPDs für Bauprodukte wichtig?
EPDs liefern standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltinformationen und bilden eine wichtige Datengrundlage für Gebäudeökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen im Gebäudekontext.
Darüber hinaus fordern immer mehr öffentliche Auftraggeber EPDs oder vergleichbare Umweltinformationen als Datengrundlage für ökologische Bewertungen im Gebäudekontext. Auch Gebäudezertifizierungssysteme greifen bevorzugt auf produktspezifische EPD-Daten zurück. Umweltproduktdeklarationen werden deshalb zunehmend zu einem festen Bestandteil von Planungs- und Ausschreibungsprozessen.
Welche Rolle spielen EPDs beim nachhaltigen Bauen?
Nachhaltiges Bauen erfordert fundierte Entscheidungen. Dafür sind belastbare Umweltdaten unverzichtbar. Genau hier kommen EPDs ins Spiel: Sie machen die Umweltauswirkungen von Bauprodukten über ihren Lebenszyklus transparent und liefern eine standardisierte Datengrundlage für ökologische Bewertungen.
Eine EPD allein macht jedoch weder ein Produkt noch ein Gebäude nachhaltig. Ob ein Bauprojekt nachhaltig ist, hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem eine ressourcenschonende Planung, die Auswahl geeigneter Materialien, eine lange Nutzungsdauer der eingesetzten Produkte sowie Möglichkeiten zur Instandhaltung, Wiederverwendung und Wiederverwertung.
EPDs unterstützen dabei, diese Entscheidungen auf Basis standardisierter und nachvollziehbarer Umweltdaten zu treffen. Sie schaffen Transparenz und bilden eine wesentliche Grundlage für Gebäudeökobilanzen sowie Nachhaltigkeitszertifizierungen.
Ist eine EPD eine Zertifizierung?
Der Begriff „EPD-Zertifizierung“ wird häufig verwendet, ist jedoch fachlich nicht korrekt.
Eine Environmental Product Declaration (EPD) ist keine Zertifizierung und zeichnet ein Produkt weder als besonders nachhaltig noch als besonders umweltfreundlich aus. Sie ist eine standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltproduktdeklaration, die Informationen über die Umweltauswirkungen eines Produkts bereitstellt.
Gebäudezertifizierungssysteme wie DGNB, LEED oder BREEAM nutzen produktspezifische EPD-Daten bevorzugt als Datengrundlage für Gebäudeökobilanzen und ökologische Bewertungen. Sind keine produktspezifischen EPDs verfügbar, können – abhängig vom jeweiligen Bewertungssystem – auch generische Datensätze zum Einsatz kommen.
Die EPD selbst ersetzt jedoch keine Zertifizierung und trifft keine Aussage über die ökologische Gesamtqualität eines Produkts.
Was können EPDs leisten – und was nicht?
EPDs schaffen Transparenz und unterstützen eine fundierte Materialauswahl. Gleichzeitig ist ihr Anwendungsbereich klar definiert.
Eine EPD kann:
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die nach den geltenden Normen definierten Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen Lebenszyklus dokumentieren,
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standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltdaten bereitstellen,
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die Bewertung und den Vergleich von Bauprodukten im Gebäudekontext unterstützen. Ein belastbarer Vergleich einzelner Bauprodukte ist nach EN 15804 grundsätzlich nur über ihren Beitrag zur Umweltqualität des Gebäudes beziehungsweise im Rahmen einer Gebäudeökobilanz möglich – nicht durch das direkte Gegenüberstellen einzelner EPD-Kennwerte,
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Gebäudeökobilanzen unterstützen,
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Daten für Nachhaltigkeitsbewertungen und Gebäudezertifizierungen bereitstellen.
Eine EPD kann nicht:
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ein Produkt als nachhaltig oder umweltfreundlicher bewerten als ein anderes,
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Aussagen zur technischen Leistungsfähigkeit, Gestaltung oder Gebrauchstauglichkeit treffen,
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soziale oder wirtschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte bewerten,
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ein Nachhaltigkeitszertifikat ersetzen.
Wie nutzen Architektinnen, Architekten und Fachplanende EPDs?
Für Architektinnen und Architekten sowie Fachplanende sind EPDs heute ein wichtiges Planungsinstrument. Sie liefern die Umweltdaten, die für Gebäudeökobilanzen, Lebenszyklusanalysen und Nachhaltigkeitsbewertungen benötigt werden.
Bereits in frühen Planungsphasen stellen EPDs standardisierte Umweltdaten bereit, die in Gebäudeökobilanzen einfließen und fundierte Materialentscheidungen unterstützen können. Für die Bewertung verschiedener Bauprodukte ist dabei ihr jeweiliger Beitrag zur Umweltqualität des Gebäudes entscheidend. Ein direkter Vergleich einzelner EPD-Kennwerte ist daher nicht ausreichend.
Darüber hinaus unterstützen EPDs die Dokumentation für Gebäudezertifizierungen und erfüllen häufig die Anforderungen öffentlicher Ausschreibungen oder anderer Nachhaltigkeitsnachweise.
Auch im digitalen Planungsprozess gewinnen EPDs zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen von Building Information Modeling (BIM) lassen sich Umweltdaten immer häufiger direkt in digitale Gebäudemodelle integrieren und für Gebäudeökobilanzen sowie Lebenszyklusbetrachtungen nutzen.
Welche HEWI-Produkte haben EPDs?
HEWI stellt für ausgewählte Tür- und Fensterbeschläge Umweltproduktdeklarationen bereit.
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Für die Tür- und Fensterbeschläge S 111 und S 162 aus Polyamid liegt eine produktspezifische EPD vor (Programmhalter: Kiwa-Ecobility Experts, Reg.-Nr. EPD-Kiwa-EE-000388-DE, gültig bis 18.04.2029). Sie ist als „Von der Wiege bis zur Bahre und Modul D“ angelegt, bezieht sich auf 1 Stück Beschlag und geht von einer Referenz-Nutzungsdauer von 30 Jahren aus.
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Beschläge mit Edelstahloberfläche (S 111, S 162, Serie 270) werden über eine Branchen-EPD für Tür- und Fenstergriffe abgedeckt, deren Deklarationsinhaber die ARGE ist und die vom IBU veröffentlicht wird (Reg.-Nr. EPD-ARG-20230542-IBG1-EN, gültig bis 01.04.2029). Branchen-EPDs bilden ein repräsentatives Produkt der Produktgruppe ab und sind daher weniger produktscharf als eine herstellerspezifische EPD; für Gebäudeökobilanzen sind sie je nach Bewertungssystem gleichwohl verwendbar.
Was bedeutet EPD für nachhaltige und barrierefreie Objektplanung?
Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Beide Themen gewinnen in der Objektplanung zunehmend gemeinsam an Bedeutung.
EPDs liefern die Umweltdaten für eine fundierte ökologische Bewertung von Bauprodukten. Gleichzeitig spielen Eigenschaften wie Langlebigkeit, robuste Materialien, einfache Instandhaltung und eine hohe Nutzungsqualität eine entscheidende Rolle für die Nachhaltigkeit eines Gebäudes. In Gebäudeökobilanzen wirken sich Nutzungsdauer, Instandhaltbarkeit und Austauschhäufigkeit von Bauprodukten rechnerisch auf die Ergebnisse aus: Muss ein Produkt seltener ersetzt werden, fallen die Module B4 und B5 entsprechend geringer aus. Wie groß dieser Effekt im konkreten Projekt ist, hängt von den Annahmen der jeweiligen Ökobilanz ab.
Neben transparenten Umweltdaten stehen bei HEWI die technische Dauerhaftigkeit der Produkte, ein zeitloses Design und barrierefreie Nutzungskonzepte im Mittelpunkt. Die Tür- und Fensterbeschläge S 111/162 sind nach DIN EN 1906 in Gebrauchskategorie 4 und Dauerhaftigkeitsklasse 7 eingestuft; der zugrunde liegenden EPD liegt eine Referenz-Nutzungsdauer von 30 Jahren zugrunde. Die tatsächliche Nutzungsdauer hängt von Einsatzbedingungen, Montage und Instandhaltung ab.
Eine EPD (Environmental Product Declaration) ist eine standardisierte Umweltproduktdeklaration. Sie dokumentiert die nach anerkannten Normen ermittelten Umweltauswirkungen eines Produkts über definierte Lebenszyklusmodule und stellt diese in einer einheitlichen Form dar.
EPD steht für Environmental Product Declaration, auf Deutsch Umweltproduktdeklaration.
Nein. Eine EPD ist keine Zertifizierung. Sie stellt standardisierte und unabhängig verifizierte Umweltinformationen bereit und dient als Datengrundlage für Gebäudeökobilanzen sowie ökologische Bewertungen. Sie trifft jedoch keine Aussage darüber, ob ein Produkt nachhaltig oder umweltfreundlicher ist als ein anderes.
EPDs liefern belastbare, standardisierte Umweltdaten, die Gebäudeökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen unterstützen. Sie erleichtern den Vergleich von Bauprodukten, sofern dieselben Product Category Rules (PCR), funktionellen beziehungsweise deklarierten Einheiten sowie vergleichbare Lebenszyklusmodule und Annahmen zugrunde liegen.
Die Umweltdaten werden vom Hersteller auf Grundlage einer Lebenszyklusanalyse (LCA) nach den geltenden Normen ermittelt. Anschließend wird die EPD von einer unabhängigen Prüfstelle verifiziert und von einem Program Operator – beispielsweise dem Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) – veröffentlicht.
Nicht unbedingt. Je nach Produkt und Anwendungsbereich kann eine EPD eine Referenz-Nutzungsdauer (Reference Service Life, RSL) enthalten. Diese dient als Annahme für die Lebenszyklusbetrachtung und ist nicht mit einer Garantie oder der tatsächlichen Lebensdauer eines Produkts gleichzusetzen.
Fazit
Umweltproduktdeklarationen schaffen Transparenz über die Umweltauswirkungen von Bauprodukten und liefern eine verlässliche Datengrundlage für Gebäudeökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen. Sie ermöglichen fundierte Materialentscheidungen und unterstützen Planende dabei, ökologische Aspekte systematisch in den Planungsprozess einzubeziehen.
Wichtig ist jedoch die richtige Einordnung: Eine EPD bewertet nicht die Nachhaltigkeit eines Produkts, sondern dokumentiert dessen Umweltwirkungen nach einheitlichen, normbasierten Regeln. Erst im Zusammenspiel mit weiteren Kriterien wie technischer Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit und den Anforderungen des jeweiligen Bauprojekts entsteht eine fundierte Grundlage für nachhaltige Materialentscheidungen.

