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Barrierefreie Türen – Die wichtigsten Planungstipps im Überblick

Barrierefreiheit beginnt an der Tür. Um einen Raum, eine Wohnung oder ein barrierefreies Haus betreten zu können, bedarf es einer genauen Planung der barrierefreien Türen. Wir klären in diesem Artikel die wichtigsten Fragen rund um die Finanzierung, die gesetzlichen Anforderungen und die gestalterischen Aspekte, die Architekt*innen und Planer*innen bei der Konstruktion von barrierefreien Türen beachten müssen.

Barrierefreiheit wird immer wichtiger

Barrierefreiheit rückt immer stärker in das Bewusstsein der Menschen. Ziel ist es, den Zugang zu Räumen und Einrichtungen für alle Menschen gleichermaßen zu ermöglichen – unabhängig von ihren physischen und kognitiven Voraussetzungen. Besonders Türen spielen hier eine besondere Rolle. Sie sind das Eingangstor zu Gebäuden und Räumen und somit zur Teilhabe am öffentlichen Leben. Um sie für jeden nutzbar und zugänglich zu machen, müssen einige barrierefreie Normen und Vorschriften beachtet werden: Angefangen bei der Türbreite, über die Bewegungsfläche vor der Tür bis hin zur Anbringungshöhe des Türdrückers. Wir klären im Folgenden die häufigsten Fragen:

Wie breit sind barrierefreie Türen?

In öffentlichen Räumen und in privaten Räumen mit Rollstuhlnutzung müssen barrierefreie Türen eine Lichte Breite von mindestens 90 cm eine Lichte Höhe von 205 cm und eine Lichte Leibung von 26 cm aufweisen. Schwellen sind nicht zulässig. Wenn diese allerdings technisch unabdingbar sind, dürfen sie eine Höhe von 2 cm nicht überschreiten.

Welche Bewegungsflächen müssen Sie beachten?

Bewegungsflächen vor, hinter und seitlich von Türen sind entscheidend für eine gute Bedienbarkeit der Tür. Auf beiden Seiten von Schiebetüren und hinter Drehflügeltüren ist eine Fläche von mindestens 150 cm Breite und 120 cm Tiefe erforderlich. Bei gegenüberliegenden Bauteilen muss die Bewegungstiefe mindestens 150 cm (statt 120 cm) betragen, um Richtungsänderungen für Rollstuhlnutzer*innen zu ermöglichen. Während des Öffnens der Tür vom Rollstuhl aus, wird diese Fläche durch die aufschlagende Drehflügeltür eingeschränkt. Aus diesem Grund muss sich der Rollstuhlnutzende während des Öffnens der Tür zurück in den Flur bewegen können.

Welche Türen sind nicht barrierefrei?

Karusselltüren und Pendeltüren sind für mobilitätseingeschränkte Menschen nur schwer passierbar und damit grundsätzlich für eine barrierefreie Umgebung ungeeignet.

Was ist ein barrierefreier Türdrücker?

Ein barrierefreier Türdrücker ist laut DIN 18040 ein Drücker in U-Form, der ein unfreiwilliges Einfädeln mit der Kleidung verhindert. Die abgerundete, ergonomische Form vermeidet zudem Verletzungen.

Auf welcher Höhe müssen Sie die Türdrücker anbringen?

Damit auch Rollstuhlfahrer*innen schwere Türen, wie beispielsweise Eingangs- oder Bereichsabschnittstüren öffnen und schließen können, schreibt die DIN 18040 eine Bedienhöhe von 85 cm vor. Hierdurch wird die Betätigung des Drückers für große Personen, Menschen mit Seheinschränkungen und Rollatornutzer*innen unkomfortabel. Eine geeignete Lösung sind Drückergriffe. Diese ermöglichen barrierefreien Bedienkomfort in variabler Greifhöhe. Besonders geeignet sind Drückergriffe bei schweren Türen, da zum Öffnen und Schließen nur ein geringer Kraftaufwand notwendig ist.

Wie müssen Sie eine barrierefreie Tür in Sanitärräumen planen?

Türen im barrierefreien Badezimmer dürfen nicht nach innen aufschlagen und sollten im Notfall von außen zu entriegeln sein. Dies ist wichtig, damit Personen schnell und unkompliziert gerettet werden können und sie, wenn sie am Boden liegen, die Tür nicht blockieren. Wenn ausreichend Bewegungsflächen vorhanden sind, kann eine nach außen aufschlagende Drehflügeltür eingebaut werden. Wenn die räumlichen Verhältnisse beengt sind, sollte der Einbau einer Raumspartür oder die Montage einer Schiebetür geprüft werden.

Wie müssen Türen gestaltet sein, um für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen erfassbar zu sein?

Damit Türen auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen auffindbar sind, müssen sie deutlich wahrnehmbar gestaltet sein. Dies kann durch eine kontrastreiche Gestaltung des Türbereichs erreicht werden, indem die Wand beispielsweise hell und die Türzarge und/oder Türblatt dunkel gestaltet wird. Glastüren müssen durch Sicherheitsmarkierungen gekennzeichnet werden, die über die gesamte Türbreite der barrierefreien Tür reichen und visuell stark kontrastiert sind. Diese Markierungsstreifen müssen helle und dunkle Anteile enthalten, um wechselnde Lichtverhältnisse im Hintergrund zu berücksichtigen.

Auf welcher Höhe müssen Sie Türschilder bei barrierefreien Türen anbringen?

Ein Beschilderungssystem ist in einer Höhe von 120 bis 140 cm neben der Tür zu montieren, sodass es auch für Rollstuhlfahrer*innen erkennbar ist. Die Informationen sollten dabei sowohl taktil als auch visuell wahrnehmbar sein, damit Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen sie erfassen.  So müssen die Informationen durch erhabene lateinische Großbuchstaben und in Brailleschrift (nach DIN 32976) aufgearbeitet sein.

Werden die Kosten bezuschusst?

Die Kosten für den Umbau eines barrierefreien Eingangsbereichs können bezuschusst werden. Oftmals ist es einfacher, als man denkt. Je nach Bundesland stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die KfW unterstützt Bauherren und Modernisierer bei den unterschiedlichsten Projekten. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen für das altersgerechte Umbauen.  Für die Sanierung zur Barrierereduzierung gewährt die KfW einen Zuschuss von bis zu 6.250 Euro. Diese Förderung ist unabhängig vom Alter Ihrer Kund*innen. 

 

Barrierefreie Türen sind wichtig und sollten gut durchdacht sein. Angefangen bei der Finanzierung über die Größe bis hin zum Türdrücker. Jedes Detail ist wichtig, damit am Ende eine barrierefreie Tür entsteht, die die Ansprüche aller Nutzenden erfüllt.  

 

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