Bad ausgestattet mit HEWI Produkten in roter Kontrastfarbe für Demenzkranke

HEWI MAG / Wissen

Demenzgerechte Raumgestaltung: Das sollten Sie bei der Planung berücksichtigen 

Drei Tipps 

Zurzeit sind rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Mit zunehmend fortschreitender Erkrankung fällt es demenzerkrankten Personen immer schwerer, Gefahren einzuschätzen. Nicht nur im Freien gibt es Dinge, die ihnen gefährlich werden könnten – auch das eigene Zuhause birgt Risiken. Dementsprechend wichtig ist es, Betroffene zu schützen. Einen großen Einfluss darauf hat die Gestaltung von Räumen – sowohl im privaten als auch im Klinikumfeld. Doch was können Sie tun, um die demenzgerechte Raumgestaltung umzusetzen?

Ob private Wohnung bzw. Haus oder Pflegeeinrichtung: Das Wichtigste in der demenzgerechten Raumgestaltung ist die Übersichtlichkeit. Eine einfache Einrichtung des Wohnraums hilft, sich zu orientieren, denn Demenzkranke sind schnell überfordert. Zu viele Möbel oder Einrichtungsgegenstände führen schlimmstenfalls dazu, dass sie sich nicht im Raum zurechtfinden. Deshalb sollte die Einrichtung auf ein Minimum reduziert werden und auf die Bedürfnisse der Erkrankten zugeschnitten sein. Denn so kann die Person – auch ohne Unterstützung – deutlich einfacher das finden, was sie sucht.

Alle älteren Menschen wollen sich möglichst lange ihre Selbstständigkeit erhalten. Eine alters- bzw. demenzgerechte Raumgestaltung sorgt dafür, dass die Menschen nicht unnötig frustriert sind. PlanerInnen und ArchitektInnen sollten beachten, dass Demenzerkrankte sich im weiteren Verlauf ihrer Erkrankung zunehmend schwerer orientieren können. Berücksichtigen Sie daher folgende Aspekte, um Demenzerkrankte in ihrer Autonomie zu unterstützen: 

1. Auf Kontraste setzen für eine demenzgerechte Raumgestaltung

Neben der zunehmend schwereren Orientierung kommen bei Demenzkranken auch Symptome wie Vergesslichkeit oder Sprachstörungen hinzu. Damit sie möglichst lange selbstständig agieren können, ist es hilfreich, ihnen Orientierungshilfen zu bieten. Dies kann etwa in Form von klaren Strukturen geschehen. Ebenso ist es für sie leichter, wenn sie ihre Umwelt einfach wahrnehmen. Da der Tag oftmals im Bad beginnt und endet, ist insbesondere dort eine kontrastreiche Gestaltung empfehlenswert. Sie hilft Menschen dabei, sich besser zurechtzufinden und die Funktionselemente im Bad zu erkennen. Mit System 800 K haben wir hier eine Sanitärserie geschaffen, die einen kontrastreichen Gestaltungsspielraum ermöglicht. System 800 K baut auf System 800 auf – die klare Formsprache und die charakteristisch großen Radien finden sich daher auch in System 800 K wieder. Die Basisfarbe ist Weiß – gestalten Sie die Funktionselemente bedarfsgerecht farbig. 

Demenzbadezimmer in System 800

Kontraste spielen in der demenzgerechten Raumgestaltung eine große Rolle 

2. Die passenden Farben für die demenzgerechte Raumgestaltung

Unabhängig von einer Demenzerkrankung entstehen im Alter durch Eiweißablagerungen Eintrübungen der Linse. Spektralanteile des Lichts werden dadurch diffus gestreut, sodass diese nicht mehr bis zur Netzhaut gelangen können. Ältere Menschen können daher Farbkontraste mit grünen und blauen Tönen nicht mehr so gut wahrnehmen. Rot und Anthrazit hingegen erkennen sie am längsten. Insbesondere PatientInnen mit Demenz erkennen diese Farbe leichter und nehmen sie auch im späteren Verlauf ihrer Krankheit am längsten wahr. Darüber hinaus ist Rot ebenfalls die Farbe, die Menschen bei inoperablen Augenerkrankungen – etwa einer Makuladegeneration – am besten wahrnehmen. Außerdem hat diese Farbe für viele Menschen einen Aufforderungscharakter.  

HEWI Waschtisch und Armatur mit roten Kontrastfarben für Demenzkranke

Die roten Akzente bieten Orientierung in der demenzgerechten Raumgestaltung 

Wir haben unseren HEWI Demenz Waschtisch genau für diese Zwecke entwickelt. Dieser unterstützt in der demenzgerechten Raumgestaltung sowohl Erkrankte als auch Menschen mit Seheinschränkungen. Die Funktionselemente werden durch die HEWI Farbe 33 Rubinrot besonders akzentuiert. Wie alle weiteren HEWI Waschtische, besteht auch dieser aus Mineralguss mit porenfreier, hygienischer Oberfläche. Zudem ist er unterfahrbar nach DIN 18040 und ÖNORM B 1600/1601 und damit auch perfekt für das barrierefreie Bad geeignet. 

3. Demenzgerechte Orientierungshilfen durch Kontraste 

In Krankenhäusern oder Pflegeheimen kommt oftmals ein durchdachtes Leitsystem zum Einsatz – in Form von unterschiedenen Farbakzenten. Mittels dieses Designelements lassen sich Funktionsbereiche klar voneinander abgrenzen. PatientInnen oder BewohnerInnen erkennen einzelne Etagen oder Stationen so deutlich besser. Lange Flure bieten sich an, um dort farblich aufeinander abgestimmte Handläufe, Türzargen und Türdrücker zu verwenden. Mit unserem Tochterunternehmen ENTRO bieten wir hier modulare Lösungen an. Handläufe können nicht nur Fluchtwege kennzeichnen, sondern auch Orientierung geben. Haben PatientInnen zu einem bestimmten Bereich keinen Zutritt, dann können Sie als PlanerIn oder ArchitektIn für diese Bereiche farblich neutrale Akzente nutzen. Damit treten diese optisch in den Hintergrund. 

Weitere Informationen zur seniorengerechten Raumgestaltung finden Sie in unserem Artikel zu diesem Thema. 

 

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