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Türdrücker-Formen und Ergonomie: Welche Griffarten sich für welche Nutzung eignen
Ob eine Tür selbstverständlich bedient werden kann, zeigt sich im Moment des Zugreifens. Wie angenehm sich die Bedienung anfühlt und wie gut sich der Griff erfassen lässt, wird von seiner Gestaltung mitbestimmt. Die Griffform ist daher mehr als nur ein Detail. Sie prägt den Komfort im Alltag und die Wirkung eines Raums im architektonischen Gesamtbild.
Die Form eines Türdrückers als Planungskriterium
Die Form eines Türdrückers wird durch den Querschnitt und Verlauf des Griffs sowie durch seine Proportionen bestimmt. Wie leicht sich eine Tür insgesamt bedienen lässt, hängt jedoch nicht allein von der Griffform ab. Auch Schloss, Türgewicht, Dichtungen, Bänder und ein möglicher Türschließer beeinflussen die erforderlichen Kräfte. Für die Planung muss der Türdrücker deshalb immer im Zusammenhang mit der gesamten Türanlage betrachtet werden.
Welche Türdrücker-Formen gibt es?
Türdrücker unterscheiden sich nicht nur in ihrer gestalterischen Wirkung. Auch die Geometrie des Griffs beeinflusst, wie er sich erfassen und in die jeweilige Türsituation integrieren lässt.
Runde Türdrücker
Runde Türdrücker besitzen einen kreisförmigen oder abgerundeten Griffquerschnitt. Bei U-förmigen Varianten wird das Griffende zum Türblatt zurückgeführt. Dadurch verringert sich das Risiko, mit Kleidung oder Taschen am Griffende hängen zu bleiben. Das HEWI System 111 führt das Rundrohr in einer gebogenen Linie, während es beim System 162 durch einen Gehrungsschnitt rechtwinklig zusammengefügt wird.

Eckige Türdrücker
Eckige Türdrücker sind durch gerade Flächen und klar definierte Kanten oder Radien geprägt. Sie sind nicht grundsätzlich weniger ergonomisch als runde Modelle. Entscheidend sind Griffbreite, Materialstärke und Kantenführung. Die Serie 270 verdeutlicht, wie klare Linienführung und eine ergonomisch ausgearbeitete Griffform zusammenwirken.

Flache Türdrücker
Flache Türdrücker besitzen einen schmalen oder abgeflachten Querschnitt und können eine reduzierte Gestaltung unterstützen. Für die Handhabung bleiben Griffbreite, Materialstärke und Kantenführung relevant. Eine flache Griffform liegt gestalterisch häufig nahe am Minimalismus, ist damit aber nicht gleichzusetzen: Der minimalistische Gesamteindruck entsteht auch durch Rosette, Befestigung und Proportionen. Mit HEWI mini steht für die Serie 270 und das System 162 eine entsprechend reduzierte Rosettenlösung zur Verfügung.

Der Griffverlauf kennzeichnet den gekröpften Türdrücker
Bei einem gekröpften Türdrücker ist der Griffbereich gegenüber dem Drückeransatz zur Türmitte versetzt. „Gekröpft“ beschreibt daher nicht den Querschnitt, sondern den Verlauf des Griffs. Ein gekröpftes Modell kann zugleich rund, eckig oder flach ausgeführt sein.
Relevant ist die Kröpfung vor allem bei schmalen Profiltüren oder geringem Dornmaß. Hier kann der Versatz zusätzlichen Abstand zwischen Hand und Rahmenkante schaffen und damit das Risiko des Einklemmens verringern. Entscheidend bleiben die Abmessungen des Beschlags und der Türanlage. Die Kröpfung verändert den verfügbaren Handraum, reduziert jedoch nicht automatisch die erforderliche Bedienkraft.


Ergonomie im Detail: Was beeinflusst die Nutzung?
Ob ein Türdrücker ergonomisch geeignet ist, hängt vom Zusammenspiel mehrerer Merkmale ab:
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Griffmaß: Durchmesser, Breite und Länge beeinflussen, wie sich der Griff umfassen und betätigen lässt
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Winkel und Abstand: Griffverlauf, Kröpfung und Abstand zum Türblatt bestimmen Handstellung und Bewegungsraum
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Kanten und Oberfläche: Kantenradien und Oberflächenstruktur prägen die Haptik
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Widerstand: Das Schloss und die gesamte Türanlage beeinflussen den Kraftaufwand wesentlich
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Welche Formen eignen sich für welche Einsatzbereiche?
Für die erste Auswahl bietet die Griffform eine hilfreiche Orientierung. Die folgende Übersicht bündelt die wichtigsten Kriterien für drei typische Planungssituationen.
Planungssituation
Orientierung für die Vorauswahl
Im Projekt zu prüfen
Unterschiedliche Nutzergurppen und hohe Nutzungsfrequenz
Gut erfassbare Form, je nach Nutzung mit zurückgeführtem Griffende
Griffmaße, Bedienkräfte, Gebrauchskategorie und Dauerfunktion
Begrenzter Handraum, etwa bei schmalen Profiltüren
Gekröpfte Ausführung
Dornmaß sowie Abstand zu Rahmen und Türblatt
Barrierefreie Planung
Gut erfassbare Form mit ausreichendem Greifraum
Normanforderungen, insbesondere zu Erreichbarkeit, Montagehöhe, Bewegungsflächen und Bedienkräften
Beim Universal Design werden gestalterische Qualität und eine möglichst breite Nutzbarkeit gemeinsam betrachtet. Für den architektonischen Gesamteindruck zählt das Zusammenspiel von Griffform, Material, Oberfläche und Rosette. Mehr zu diesen Aspekten lesen Sie hier.
Typische Fehler bei der Auswahl von Griffen
Planungsfehler entstehen häufig nicht durch eine bestimmte Griffform, sondern durch falsche Rückschlüsse auf ihre Eigenschaften. ArchitektInnen und PlanerInnen sollten deshalb besonders auf folgende Fehlerquellen achten achten:
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Türdrücker nur nach der Optik wählen: Der Beschlag sollte zum architektonischen Konzept, aber ebenso zur konkreten Tür- und Raumsituation sowie zu den vorgesehenen Nutzergruppen passen. Da Abbildungen die Haptik nur eingeschränkt vermitteln, kann bei besonderen Anforderungen eine Bemusterung sinnvoll sein.
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Von der Form auf die Belastbarkeit schließen: Ob ein Türdrücker der vorgesehenen Beanspruchung standhält, bestimmen technische Ausführung, Befestigung, Gebrauchskategorie und Dauerfunktion – nicht seine Form.
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Rund mit ergonomisch gleichsetzen: Ein runder Querschnitt allein gewährleistet keine ergonomische Bedienung. Relevant sind auch Griffmaße, Kantenführung, Handraum und Bedienkräfte. Eine Kröpfung kann den Handraum vergrößern, senkt aber nicht automatisch den Kraftaufwand.
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Bei einem gekröpften Türdrücker ist der Griffbereich gegenüber dem Drückeransatz zur Türmitte versetzt. Dadurch kann insbesondere bei schmalen Profiltüren mehr Abstand zwischen Hand und Rahmenkante entstehen. Ob die Kröpfung im Objekt einen Vorteil bietet, hängt von den Abmessungen des Beschlags und der Türanlage ab.
Keine der beiden Formen ist grundsätzlich ergonomischer. Runde Türdrücker kommen meist ohne ausgeprägte Kanten aus. Eckige Modelle können mit geeigneten Proportionen und Kantenradien ebenfalls gut erfassbar sein. Entscheidend sind das konkrete Griffmaß, die Kantenführung, der Handraum und die Einbausituation.
Keine einzelne Türdrückerform ist automatisch barrierefrei. Wichtig sind eine gut erfassbare Form und ausreichend Greifraum. Je nach Türsituation können U-förmige oder gekröpfte Ausführungen sinnvoll sein. Zusätzlich sind die für das jeweilige Projekt einschlägigen Normanforderungen zu berücksichtigen, insbesondere hinsichtlich Erreichbarkeit, Montagehöhe, Bewegungsflächen und Bedienkräften.
Planungsservice
Viele Detailfragen lassen sich erst anhand der konkreten Tür- und Projektsituation beantworten. Der HEWI Planungsservice unterstützt ArchitektInnen und PlanerInnen gerne in allen Planungsphasen: bei der Produktauswahl und der Klärung technischer Fragen ebenso wie bei Ausschreibungen oder Bemusterungen.
Autoreninfo: HEWI – Expertise im barrierefreien Produktdesign
Seit der Gründung im Jahr 1929 hat sich HEWI zu einem Systemanbieter für ganzheitliche Lösungen in den Bereichen Baubeschlag, Sanitär-Accessoires und barrierefreie Produkte entwickelt. Mit über 95 Jahren Erfahrung hat sich das Unternehmen zu einem etablierten Anbieter im Bereich Barrierefreiheit entwickelt und ist bekannt für Kompetenz im Systemdesign. Im Sinne des Universal Designs stellt HEWI die individuellen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt.