Farbefroher Kindergarten ausgestattet mit HEWI Beschlägen, Garderobe und M20 Möbeln

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Richtlinien für den Kindergarten Neubau: Das sollten Sie beachten

Kinderbetreuung erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Eine IW-Studie zeigt, dass allerdings circa 342.000 Kita-Plätze fehlen. Nötig sind aber nicht nur deutlich mehr ErzieherInnen, sondern es mangelt auch an Flächen von Kindergärten bzw. Kindertagesstätten. Doch was gilt es bei dem Kindergarten Neubau zu beachten? Welche Richtlinien sind zu befolgen, welche Fördergelder zu beantragen? Dieser Beitrag liefert Antworten.

Kindergarten Neubau Richtlinien

Auch wenn kleine Kinder gerne zusammenspielen und sich auch mit Sicherheit nicht an größeren Kindergruppen stören, so ist beim Kindergarten Neubau auf die passende Raumgröße zu achten. Dies ist essenziell, damit sich Kinder wohlfühlen. Innerhalb Deutschlands gibt es unterschiedliche Vorgaben hinsichtlich der Gruppengröße und dem Personalschlüssel. Jedes Bundesland regelt dies individuell im Kita-Gesetz. Der Raumbedarf richtet sich außerdem nach der pädagogischen Konzeption. Denkbar sind beispielsweise Kleingruppen von zehn bis 15 Kindern, aber auch Großraumkonzeptionen, welche aus mehreren Gruppen- und Ruheräumen besteht. Am häufigsten verbreitet ist ein Modell, bei dem die Kita aus mehreren Gruppenräumen (passend für 20 bis 25 Kinder) sowie einem Flur und einem Mehrzweckraum besteht. Der Mindestraumbedarf besteht laut dem Landesjugendamt in Hessen beispielsweise bei einer Raumhöhe von mindestens 2,80 m sowie einer Durchgangsbreite des Flures von mindestens 2,00 m. Eine Übersicht über rechtliche Grundlagen, wie beispielsweise der Außenbereich einer Kita zu gestalten ist, finden Sie hier.

Richtlinien für den Kindergarten Neubau: Räume, die nötig sind

Kinder unter drei Jahren stellen hohe Ansprüche an ihre Betreuung. Daher sind unterschiedliche Räume für die verschiedenen Bedürfnisse der kleinen Kita-BesucherInnen zu beachten. Folgende Räume müssen Sie deshalb unbedingt einplanen:

Ebenso ist an Räume für die Administration zu denken, etwa Aufenthaltsräume für ErzieherInnen, das Büro für die/den LeiterI sowie ein Abstellraum. Die Vorschriften für den Kita-Neubau sehen vor, dass alle Räume trocken, sauber und hell sein müssen. Außerdem dürfen diese auch nicht im Sommer zu heiß werden. Denken Sie auch an die Sicherheit, etwa hinsichtlich der Räume. Die Böden müssen überall rutschsicher, gleichzeitig aber auch einfach zu reinigen – bestenfalls nass zu wischen – sein. Die Elektronik darf nicht zugänglich sein, Steckdosen müssen gesichert und Fenster verschließbar sein.

Kita-Neubau – hohe Standards sind notwendig

Berücksichtigen Sie bei einem Kita-Neubau neben gesetzlichen Anforderungen aber auch weitere Aspekte. Sie als PlanerIn oder ArchitektIn haben es in der Hand – legen Sie hochwertige Standards fest, um die künftigen, kleinen NutzerInnen bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Folgende Aspekte sollten Sie berücksichtigen:

  • Lage der Kita

Als Standort sind Wohngebiete ideal – also in der Nähe von Familien, deren Kinder in die Betreuung des Kindergartens gehen sollen. Ein Industriegebiet bietet sich dafür weniger an. Bestenfalls liegt in der Nähe der neuzubauenden Kita auch eine Grundschule, sodass Hortkinder problemlos dorthin wechseln können. Häufig finden sich Kitas in der Stadtrandlage, was eine verkehrsberuhigte Umgebung zum Vorteil hat.

  • Barrierefreies Bauen

Nicht nur im Zuge der Inklusion sollten Sie als PlanerIn oder ArchitektIn schon bei der Planung berücksichtigen, dass die Kita barrierefrei gebaut wird. Davon profitieren nicht nur Kinder mit Beeinträchtigungen, sondern alle Kita-Nutzenden. Eltern mit Kinderwagen oder Buggy bevorzugen es ebenfalls, wenn die Kita ohne größere Barrieren (etwa Stufen) zu erreichen ist.

  • Pädagogische Architektur

In der Reggio-Pädagogik heißt es, dass der Raum als dritter Erzieher fungiert. Eine Kita soll Kinder zum Spielen einladen, gleichzeitig aber auch lehrreiche Erfahrungen bieten. Schon bei der Planung können Sie berücksichtigen, dass ein solarbetriebener Brunnen gebaut wird, an dem sich die Funktionsweise der Sonnenenergie erklären lässt. Ebenso wichtig für eine angenehme Stimmung sind Farben und die Wahl der Möbel in der Raumgestaltung einer Kita. HEWI bietet beispielsweise passende Waschtische für Kinder, in frohen Farben. Weitere Tipps zur Kita-Raumgestaltung finden Sie beispielsweise in unserem MAG-Artikel.

  • Auf Nachhaltigkeit achten

Viele Eltern legen bei der Wahl der passenden Kita Wert auf ein gesundes Betreuungsumfeld. Das betrifft nicht nur die Verpflegung in der Kita, sondern schließt bereits umweltfreundliche Baumaterialien mit ein. Eine ökologische Bauweise ist daher unbedingt anzuraten. Das umfasst nicht nur die verwendeten Baustoffe, sondern auch, dass das Gebäude möglichst kompakt geplant ist. Es sollte möglichst geringe Flächen verbrauchen, mit Ressourcen sparsam umgehen und Verunreinigungen auf ein Minimum reduzieren. Als Beschlag bieten sich beispielsweise Produkte an, die aufgrund ihres Materials äußerst langlebig sind – etwa der Türdrücker System 111 von HEWI.

  • Hygiene ist das A und O

Zu einem sicheren Kita Neubau gehören neben Richtlinien zu Bau auch Richtlinien zu Hygiene. Dafür maßgeblich sind neben dem Baugesetzbuch sowie der Landesbauordnung, die Ausführungsverordnung, die Unfallverhütungsvorschriften für Kindertageseinrichtungen sowie weitere Verordnungen und Richtlinien. Bereits bei der Planung sollten Sie diese Aspekte berücksichtigen. Wo soll beispielsweise die Küche hinkommen? Dies ist mit dem Gesundheitsamt abzuklären. Es ist allein hinsichtlich der Hygienevorschriften ein großer Unterschied, ob die Kita selbst Essen kocht oder von einem externen Anbieter beliefert wird.

Fördergelder für den Neu- oder Umbau von Kindergärten

Im Jahr 2008 sind bereits erste Investitionsprogramme des Bundes gestartet, um die Förderung des Kita Baus in Deutschland voranzutreiben. Binnen drei Investitionsprogrammen wurden damals rund 3,28 Milliarden Euro in den Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren investiert. Dadurch konnte der Bund mehr als 560.000 zusätzliche Betreuungsplätze schaffen. Doch nach wie vor gibt es einen hohen Bedarf an Betreuungsplätzen. Zurzeit stellt der Bund mit einem fünften Investitionsprogramm zusätzlich eine Milliarde Euro bereit. Die Grundlage bildet das Konjunkturpaket, um die Folgen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 zu bewältigen. Dadurch sollen weitere 90.000 neue Plätze in Kitas und Kindertagespflege geschaffen werden. Diese Mittel stehen aber nicht nur für den Kita-Neubau zur Verfügung, sondern lassen sich auch für Umbaumaßnahmen und verbesserte Ausstattung nutzen. Somit können Kitas beispielsweise die Hygiene verbessern. Aufgrund der Pandemie haben die Bundesländer den Bund um Verlängerung der Fristen in diesem Programm erbeten. Somit sind nun Förderungen für Kitas möglich, die bis zum 30. Juni 2022 bewilligt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

 

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