Barrierefreies Bad in Serie 477/801

HEWI MAG / wissen

Planungstipps für barrierefreie Duschen

Die Umsetzung von barrierefreien, normgerechten Lösungen ist nicht so kompliziert wie es scheint und hilft allen Menschen unabhängig von physischen oder psychischen Voraussetzungen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Heute beschäftigen wir uns mit dem Duschbereich. Erfahren Sie, welche Tipps und Normen Sie bei der Planung und Umsetzung einer barrierefreien Dusche berücksichtigen sollten.

Der Begriff Barrierefreiheit wandelt sich immer mehr. Heute hat barrierefreie Gestaltung Inklusion zum Ziel. Dies bedeutet, die Gestaltung barrierefreier Räume richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen bzw. Kompetenzen des Einzelnen. Grundsätzlich sollen der Zugang und die Nutzung für alle Menschen gleichermaßen ermöglicht werden. Barrierefreiheit wird so zum Mehrwert für alle.  

Die vorgestellten Tipps und aufgeführten Normen beziehen sich auf die länderspezifischen Richtlinien von Deutschland (DIN 18040,), Österreich (ÖNORM B 1600) und Schweiz (SIA 500). 

Bewegungsflächen im Bad für eine uneingeschränkte Nutzung 

Ob in den eigenen vier Wänden, in Gesundheitsbauten, Sportstätten oder Bildungseinrichtungen: Eine ausreichende Bewegungsfläche im Bad erleichtert die Umsetzung barrierefreier Maßnahmen. Eine optimale Bewegungsfläche von 1,50 m x 1,50 m von allen Sanitärobjekten ermöglicht es, auch einem Rollstuhlfahrer sich möglichst uneingeschränkt im Bad zu bewegen. Die Vorgaben nach Norm unterscheiden sich von Land zu Land.

Einen Überblick gibt Ihnen die untenstehende Übersicht. Hier können Sie für Deutschland, Österreich und die Schweiz filtern.  

Voraussetzungen für barrierefreie Duschen 

Der Duschbereich muss mit dem Rollstuhl befahrbar sein. Hierfür muss die Dusche bodengleich angelegt sein und sollte eine entsprechende Bewegungsfläche aufweisen. Duschsitze erleichtern das eigenständige Duschen. Entscheidend für die Sitzhöhe ist der Fußkontakt zum Boden. Dieser ist für ein sicheres Sitzen besonders wichtig und sollte jederzeit gewährleistet sein. Optimal ist eine seitlich im Sitzen zu erreichende Armatur. 

Sollte Bewegungsfläche im Bad fehlen, kann die Badewanne durch eine bodenebene Dusche ersetzt werden. So wird zusätzliche Rangierfläche für den Rollstuhl oder Rollator geschaffen, da der Duschbereich mitgenutzt werden kann. Diese Umsetzung erfolgt meist in Privatwohnungen, da Bestandsbäder häufig über zu kleine Grundrisse verfügen.  

Deutschland
Österreich
Schweiz
Planungshilfe für die Dusche

Montageempfehlungen

DIN 18040 TEIL 1
Öffentlich

DIN 18040 TEIL 2
Wohnungen Rollstuhlnutzung

DIN 18040 TEIL 2
Wohnungen

Duschbereich

  • zum angrenzenden Sanitärraum niveaugleich
  • Darf nicht mehr als 2 cm abgesenkt sein
  • zum angrenzenden Sanitärraum niveaugleich
  • Darf nicht mehr als 2 cm abgesenkt sein

 

  • zum angrenzenden Sanitärraum niveaugleich
  • Darf nicht mehr als 2 cm abgesenkt sein

Bewegungsfläche

  • 150 x 150 cm
  • 150 x 150 cm
  • 120 x 120 cm

Duschsitz

  • Sitzhöhe 46-48 cm
  • Klappsitz  Ausladung mind. 45 cm
  • alternativ: mobiler, stabiler Duschsitz
  • Nachrüstmöglichkeit für Sitz
  • Sitzhöhe 46-48 cm
  • Nachrüstmöglichkeit empfohlen

Klappgriff

  • auf jeder Seite des Klappsitzes muss ein Stützklappgriff montiert sein
  • Oberkante Stützklappgriff 28 cm über Sitzhöhe
  • 15 cm über den Sitz hinausragend, lichter Abstand zw. den Griffen 65-70 cm
  • Nachrüstmöglichkeit für Stützklappgriffe beidseitig vom Sitz
  • Oberkante Stützklappgriff 28 cm über Sitzhöhe
  • Nachrüstmöglichkeit empfohlen

Haltegriffe

  • es sind waagerechte Haltegriffe anzuordnen, Montagehöhe 85 cm über OKFFB (Achsmaß)
  • zusätzlich sind auch senkrechte Haltegriffe zu montieren
  • Nachrüstmöglichkeit empfohlen

Armatur

  • Einhebel Duscharmatur mit Handbrause
  • im Sitzen erreichbar, seitlich in 85 cm Höhe
  • bei mehreren Elementen ist eine Anordnung bis 105 cm (Achsmaß) zulässig
  • Hebel der Duscharmatur sollte nach unten weisen, um Verletzungesgefahr vorzubeugen
  • Einhebel Duscharmatur mit Handbrause
  • im Sitzen erreichbar, seitlich in 85 cm Höhe
  • bei mehreren Elementen ist eine Anordnung bis 105 cm (Achsmaß) zulässig
  • Hebel der Duscharmatur sollte nach unten weisen, um Verletzungesgefahr vorzubeugen
  • Hebel der Duscharmatur sollte nach unten weisen, um Verletzungsgefahr vorzubeugen
  • Bedienhöhe 85 cm
  • bei mehreren Elementen ist eine Anordnung bis 105 cm (Achsmaß) zulässig

Badewanne im Wohnbau

  • nachträgliches Aufstellen einer Badewanne im Duschbereich muss möglich sein
  • Wanne muss mit einem Lifter nutzbar sein
  • nachträgliches Aufstellen einer Badewanne im Duschbereich sollte möglich sein

Bodenbelag

  • rutschhemmend nach GUV-I 8527 mind. Bewertungsgruppe B
  • rutschhemmend nach GUV-I 8527 mind. Bewertungsgruppe B
  • rutschhemmend nach GUV-I 8527 mind. Bewertungsgruppe B
Planungshilfe für die Dusche

Montageempfehlungen

ÖNORM B1600

Duschbereich

  • stufenlos mit Gefälle
  • Boden rutschhemmend nach ÖNORM Z 1261

Größe Duschplatz

  • mind. 150 x 150 cm oder 130 x 180 cm, von 2 Seiten übereck anfahrbar

Duschsitz

  • Sitz Größe mind. 40 x 40 cm
  • Sitzhöhe 46 - 48 cm
  • Achsabstand aus der Ecke 45 - 50 cm

Haltegriffe

  • horiz. Haltegriffe OK min. 75 - max. 85 cm
  • senkr. Haltestange von 75 cm bis zu einer Höhe mind. 150 cm, mit Abstand mind. 70-85 cm aus der Ecke, kann auch als Brausehalterstange genutzt werden
  • anschließend an senkr. Haltegriff folgt waager. Griff mit Länge mind. 50 cm
  • an der 2. Wand (keine Zeichnung) waager. Griff Länge mind. 90 cm, dieser kann für Einhängesitze verwendet werden
  • anstelle des waager. Haltegriffes neben dem Klappsitz kann auch ein Stützklappgriff mit horizontalem Abstand von 65 - 75 cm zw. den Griffen montiert werden, L=70-85 cm
  • bei fix montierten Sitzen darf der waager. Haltegriff an der Montagewand im Bereich des Sitzes entfallen

Ausstattungselemente

  • Seifenhalter

Armatur

  • Höhe 80 - 110 cm

Duschvorhang/ Duschspritzschutz

  • Duschplatzabtrennungen müssen flexibel (Vorhang) od. wegklappbar sein
  • kein einschränken der Bewegungsfläche

Badewanne im Wohnbau

  • Höhe an der Einstiegsseite 50 - 55 cm
  • sollte mit einem Lifter mind. 15 cm unterfahrbar sein

 

Badewanne - Haltegriffe

  • an der Schmalseite senkr. Haltegriff bis Höhe von mind. 150 cm, bündig mit Außenkante Wanne
  • waager. Griffe in einer Höhe von 15 - 25 cm über Wannenrand, Länge mind. 50 cm, Richtung Ecke ab Aussenkante Wanne
  • an der Längsseite senkr. Haltegriff 70 - 85 cm Abstand vom Wannenrand gemessen bis zu einer Höhe von 150cm montiert
Planungshilfe für die Dusche

Montageempfehlungen

SIA 500 ROLLSTUHLGERECHTE DUSCHE

Duschbereich

  • schwellenlos, max. 2 % Gefälle

Duschsitz

  • Klappsitz  Ausladung mind. 45 cm
  • Sitzhöhe 46 cm

Größe

  • Duschbereich 90 x 110 cm
  • Gemeinschaftsduschanlagen 90 x 140 cm
  • Gefälle max. 2%, abgetrennt durch Duschvorhang
  • Entwässerungsbereich möglichst 30 cm größer als Duschbereich

Haltegriffe

  • horiz. Haltestange, Montagehöhe 70 - 75 cm
  • vertik. Haltestange mit verstellbarem Brausehalter
  • L-förmig angeordnet, waager. Länge mind. 50 cm, Höhe ca. 190 cm

Stützklappgriff

  • Klappgriff auf freier Seite neben Klappsitz, Montagehöhe 70 - 75 cm

Ausstattungselemente

  • Seifenablage

Armatur

  • Höhe max. 100 cm ab Boden

Duschvorhang/ Duschspritzschutz

  • Duschbereich mit Duschvorhang abgetrennt

Haben Sie Fragen?

Wir bieten Ihnen einen Rund-Um-Service. Sie haben Fragen zur Planung und Ausstattung Ihres Bauvorhabens mit einer barrierefreien Dusche? Nutzen Sie unseren persönlichen Planungsservice. Wir beraten Sie zu allen Fragen rund um die Norm oder stellen Ihnen kostenlos Ausstattungsvorschläge für Ihr Bauvorhaben zur Verfügung.  

 

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